Nachdem ein von Graf Rudolf V. von Sulz mit Zustimmung der Konfliktparteien eingesetztes Schiedsgericht bestehend aus Hans Langenauer, Untervogt zu Neuburg, und 
Mathias Wagner von Ruggell als Vertreter der Gemeinde Schaan-Vaduz als klagende
Partei, und Hans Gabathuler von Wartau und Hugo Knabenknecht von Eschen als Vertreter der Gemeinde Triesen als angeklagte Partei unter der Leitung von Hans Tschol,
Ammann in der Herrschaft Blumemegg, an einem am 12. Januar 1515 in Heinrich
Sattlers Haus in Vaduz abgehaltenen Gerichtstag den Konflikt betreffend Gebiete am
Triesnerberg und hinter dem Kulm nicht zu schlichten vermochte, und auf dem neu
angesetzten Gerichtstag der sulzische Landvogt in Vaduz, Jörg Kräler, erklärte, dass die
sulzische Herrschaft das umstrittene Gebiet Wissfläcka als Jagdgebiet und im Falle der
Not zur Köhlerei und Holznutzung für ihre Untertanen behalten habe und es daher dem
Hans Tschol verboten werde, weiter in dieser Angelegenheit zu handeln, nimmt sich Graf
Rudolf V. von Sulz der Sache selbst an. Den vorgeladenen Konfliktparteien erklärt er,
dass er gnadenhalber und um Kosten zu sparen den Konfliktfall dem bereits eingesetzten
Schiedsgericht zur Schlichtung übertrage unter der Bedingung, dass Landvogt Jörg
Kräler seine Interessen in der Gerichtsverhandlung vertreten könne. Darauf entscheidet
das erneut in Heinrich Sattlers Haus in Vaduz einberufene Schiedsgericht nach
vergeblichem Vermittlungsversuch folgendermassen. Das Gebiet Wissfläcka hinter dem
Kulm bleibt als Jagdgebiet und zur Holznutzung der sulzischen Herrschaft vorbehalten.
Bezüglich des Viehweidegangs hinter dem Kulm gestehen sich Schaan, Vaduz und die
sulzische Herrschaft das gegenseitige Nutzungsrecht zu, die damit nicht einverstandenen
Triesner Vertreter haben sich dem Mehrheitsentscheid zu fügen. Bezüglich der Gebiete
vor dem Kulm entscheidet Hans Tschol als Vorsitzender des Schiedsgerichts, nachdem
sich die Vertreter der Konfliktparteien nicht einigen konnten, zugunsten der Triesner,
denen die Nutzungsrechte und die Gerichtsbarkeit über diese Gebiete zugesprochen wird.
Schliesslich wird vereinbart, dass die Gerichtskosten zwischen den Konfliktparteien
geteilt werden.


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Vorbemerkung: Bei AlpA V U17 handelt es sich um eine unbeglaubigte Abschrift aus dem 17./18. 
Jh. der im Gemeindearchiv Schaan bzw. im Liechtensteinischen Landesarchiv in Vaduz überlieferten Original-Urkunden GA S U8 bzw. LLA U46; erstere wird hier anstelle der Abschrift ediert.
Or. (A1), GA S U8 – Pg. 58,5/42 (Plica 4,5) cm. – Siegel (Fragment) von Hans Tschol, Ammann der
Herrschaft Blumenegg in Holzkapsel abh. – Siegelbeschreibung und Abbildung siehe: Liesching /
Vogt, Siegel. In: JBL 85 (1985) Nr. 206, S. 166. – Rückvermerk: Spruch brieff zwischen dem kilspel
Schan unnd Trisen. Von anderer Hand aus späterer Zeit ergänzt: Beholzung hinter dem Gulmen.
Weiterer Vermerk von anderer Hand aus späterer Zeit: Spruch brief zwischen dem kilchspihl
Schaan und Vadutz gegen denen im dorff Drießen von Wisfleken hinderm grath deß Gulmen 1516.
Nº9.
Or. (A2
), LLA U46.
Abschrift: (B), AlpA V U17.
Regest: Schädler, Reg. GemA/Alpgenossenschaften in JBL 8 (1908) Nr. 33, S. 115.
Literatur: Büchel, Pfarrei Triesen in JBL 2 (1902) S. 194f.